Arbeitskräftemangel in der Zukunft – Ja oder Nein? 19. August 2010
Posted by wissensarbeiter in Arbeitslosigkeit, Demographischer Wandel, Wissensarbeit.Tags: Wissensarbeit, Lernen, Arbeitswelt, Knowledge Work
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Im Jahre 2008 hat das Deutsche Institut für Wirtschaftforschung (DIW) einen Bericht veröffentlicht, in dem bis 2025 kein Arbeitskräftemangel vorausgesagt wurde. Einwanderung, Rente erst ab 67 sowie die zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen soll den demographischen Wandel ausgleichen.
Eine Studie der Prognos AG zur Arbeitslandschaft 2030 kommt zu einem ganz anderen Ergebnis. 2015 werden Deutschland 3 Millionen Arbeitskräfte fehlen, darunter besonders die Hochqualifizierten. Der Bedarf an Hochqualifizierten ist gemäss dieser Prognose noch gestiegen, da die Krise den Strukturwandel beschleunigt hat. Strukturwandel in der westlichen Wissensgesellschaft heisst immer Automatisierung oder Auslagerung von einfachen Arbeiten und Investition in Wissens-intensive Tätigkeiten.
Auch eine Studie von McKinsey kommt zu einem ähnlichen Ergebnis, wenngleich deren Schätzung auch tiefer liegt. Bis 2020 steige die Zahl der fehlenden Arbeitskräfte auf 2 Millionen.
Wenn man mal einen Blick in die Studie des Statistischen Bundesamtes Bevölkerung Deutschlands bis 2050 wirft, erkennt man sehr schnell, warum der prognostizierte Arbeitskräftemangel ziemlich sicher eintreten wird. Untenstehende Grafik, die dieser Studie entnommen ist, zeigt wie der Anteil der Erwerbsfähigen der 30 bis 49-Jährigen von 2007 an rapide abnimmt bei gleichzeitigem starkem Anstieg der über 50-Jährigen.

Auch wenn es zu begrüssen wäre, dass immer mehr 50 bis 65-Jährige im Arbeitsprozess bleiben, so sieht die Realität doch leider völlig anders aus. Um wirklich bis deutlich über 60 im Arbeitsleben bestehen zu können benötigt es permanente Weiterbildung, besonders in wissensintensiven Berufen. Leider haben die vergangenen Wirtschaftskrisen sowie der Kostendruck seit vielen Jahren dazu geführt, dass die Unternehmen hier besonders sparsam sind. Auch hier hilft ein Bericht des statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2007 zu den Bildungsanstrengungen der Unternehmen im Jahr 2005. Im Schnitt konnten die Mitarbeiter von 10000 befragten Unternehmen gerade mal 0.58% ihrer Arbeitszeit für Weiterbildung einsetzen. Bei 1650 Arbeitsstunden pro Jahr macht das gerade mal 9.6 Stunden aus.
Die deutsche Wirtschaft läuft wieder sehr gut, aber eben auch aufgrund sehr starker Lohnzurückhaltung und auch durch die seit vielen Jahren vorgenommenen Einsparungen bei der Weiterbildung der Mitarbeiter. Lebenslanges Lernen – gerade für Wissensarbeiter ein absolutes Muss – sollte von den Unternehmen auch intensiv unterstützt und gefordert werden. Sonst bedeutet der Anstieg der über 50-Jährigen in der erwerbsfähigen Bevölkerung nur ein Anstieg der Arbeitslosen und Hartz IV Empfänger.
der wissensarbeiter
Die Arbeitslosigkeit geht zurück – aber nicht für alle! 18. August 2010
Posted by wissensarbeiter in Arbeitslosigkeit, Gesellschaftlicher Wandel, Globalisierung, Wissensarbeit.Tags: Wissensarbeit, Arbeitswelt, Politik, Gesellschaft, Knowledge Work
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Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hat berechnet, dass die Arbeitslosigkeit bis 2020 deutlich zurückgehen soll. Besonders sollen dabei fast zwei Millionen Jobs für Akademiker geschaffen werden. Weitaus mehr als die prognostizierten 800.000 neuen Jobs für Unqualifizierte. Auch wenn die genannten Zahlen nur Schätzungen sind und damit eine gewisse Ungenauigkeit aufweisen, das Verhältnis zwischen neuen Jobs für Qualifizierte und Unqualifizierte wird im besten Fall in diesem Rahmen liegen. Deutschland profitiert nicht nur als Exportweltmeister von der Globalisierung, für Unqualifizierte ist sie nach wie vor mehr Bedrohung als Chance. Daher ist produktive Wissensarbeit der einzige Ausweg aus der Krise zu Wohlstand und hohem Lebensstandard. Bildung ist dazu das Fundament.
Leider erfordert eine massive Investition in Bildung einen Zeithorizont von viel mehr als nur einer Legislaturperiode von 4 Jahren um die Früchte zu ernten. Auch wird es immer fraglicher, inwieweit Bildung einer zunehmend vom Staat abhängigen Bevölkerung überhaupt wahlkampftaktisch vermittelbar ist und damit die gewünschten Wählerstimmen bringt. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass Themen wie Hartz-IV-Erhöhung, Steuersenkung oder Rentenerhöhung eher geeignet sind, die Wähler für die nächste Bundestagswahl zu gewinnen. Kurzfristigkeit als Überlebensstrategie für Politiker. Dabei bräuchte es eine langfristige Vision für Deutschland.
der wissensarbeiter
1st Global Peter Drucker Forum in Wien 2009 17. Mai 2010
Posted by wissensarbeiter in Wissensarbeit.Tags: Arbeitswelt, Knowledge Worker, Komplexität, Peter F. Drucker, Produktivität, Wissensarbeiter
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Am 19. November 2009 fand das erste Global Peter Drucker Forum in Wien statt. Alle Vorträge sind auch als Video bzw. Foliensatz verfügbar. Die drei folgenden Vorträge habe ich mir einmal angeschaut:
- Fredmund Malik: Peter F. Drucker as a Systems Thinker and social Ecologist
- Stefan Güldenberg: How to Lead Knowledge Workers
- Klaus North: Knowledge worker productivity – Peter Drucker revisited
Schön, dass die Veranstalter so grosszügig die Vorträge zur Verfügung stellen – das ist ja leider keine Selbstverständlichkeit.
der wissensarbeiter
Sind alle Angestellten Wissensarbeiter? 22. April 2010
Posted by wissensarbeiter in Was ist Wissensarbeit?.Tags: Arbeitswelt, Knowledge Work, Knowledge Worker, Routinearbeit, Wissensarbeit, Wissensarbeiter
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Im Blog des Harvard Business Review vom 5.April 2010 erschien ein hervorragender Beitrag unter dem Titel „Are all Employees Knowledge Workers?„. Besonders die folgende Feststellung ist absolut korrekt:
„When executives focus on „knowledge workers“, they lose sight of the fact that even highly routinized jobs require improvisation and the use of judgment in ambiguous situations, especially if the goal is to drive performance to new levels.“
Hier sehen wir deutlich, dass die binäre Einteilung entweder Wissensarbeiter oder Routinearbeiter die Realität der Arbeitswelt nicht richtig widergibt. Ein Koch, der ein neues Gericht kreiert, ist ein Wissensarbeiter. Wenn er dann mit seinem Team dieses Gericht zum Abendmenü dutzendfach zubereitet, muss das als Routinearbeit organisiert sein, da es sonst unbezahlbar wäre. Ein ähnliches Beispiel ist der Zweiradmechaniker, der Oldtimermotorräder repariert. Klar, dass auch Angestellte in der Werkstatt Wissensarbeiter sein können, wenn sie sich zum Beispiel mit Prozessverbesserungen beschäftigen und nach Lösungen suchen. Allerdings wird dadurch temporär die Effizienz der Arbeiter deutlich schlechter um vielleicht später etwas besser zu sein. Der Apell der Autoren, in allen Mitarbeitern das kreative Potential zu wecken, ist zwar gut gemeint, bei der Niedrigpreisstrategie und dem Effizienzdruck vieler Unternehmen aber völlig unrealistisch.
Übrigens auch Manager, die sich gerne als Wissensarbeiter sehen, sollten einmal ihre tägliche Arbeit durchleuchten. Dabei würden viele feststellen, dass gerade im operativen Bereich ein hoher Routineanteil vorherrscht. Wie sonst wäre es auch möglich auf 10 Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen?
der wissensarbeiter
Wissensmanagement 3.0 19. April 2010
Posted by wissensarbeiter in Wissensarbeit.Tags: Knowledge Management, Wissensmanagement
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Atle Iversen beschreibt in seinem Blog, was er unter Wissensmanagement 3.0 versteht und vergleicht dies mit den Versionen 1.0 und 2.0. Seinem Ziel, das Produktivitätsproblem zu lösen, kann ich nur unterstützen. Die Frage ist nur, ob das allein mit Personal Knowledge Management Software geht (seine Firma PpcSoft entwickelt und vertreibt ein Tool für das Personal Knowledge Management). Da habe ich meine Zweifel. Grundsätzlich finde ich es aber sehr gut, einmal beim Wissensarbeiter selbst zu beginnen und sich zu fragen, wie dieser produktiver werden kann.
der wissensarbeiter
Den Mitarbeitern fehlt die Orientierung 17. April 2010
Posted by wissensarbeiter in Unternehmenskultur, Wissensarbeit.Tags: Arbeitswelt, Enterprise 2.0, Knowledge Work, Unternehmenskultur, Wissensarbeit
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Gemäss einer Studie, die von Steria Mummert Consulting in Kooperation mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung durchgeführt wurde, fehlt 27% der Mitarbeiter das Wissen um die Ziele und die Strategie des Unternehmens, in dem sie arbeiten. Für diese Studie wurden 351 Fach- und Führungskräfte aus verschiedenen Branchen befragt.
Für das fehlende Wissen werden mangelnde Transparenz und Kommunikation häufig als Ursache genannt. Aus der Sicht von Wissensarbeit und Enterprise 2.0 ist die Selbststeuerung der Mitarbeiter und Teams, ausgerichtet auf die Unternehmensziele, neben einer hohen intrinsischen Motivation einer der wichtigsten Bausteine für den Erfolg. Das Ergebnis der Studie ist wieder einmal ein Indiz dafür, wie schwer sich Unternehmen damit tun, ihre Kultur von „Command and Control“ sowie monetären Anreizsystemen zu Selbstverantwortung und Selbststeuerung zu wandeln. Für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen, besonders im Umfeld innovativer Produkte und Dienstleistungen, wird dies aber sehr wichtig sein.
der wissensarbeiter
Wissensmanagement kurz, bündig und… 16. April 2010
Posted by wissensarbeiter in Wissensarbeit.Tags: Knowledge Management, Wissensmanagement
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… auf das Wesentliche reduziert. David Gurteen fasst in einem sehr kurzen Interview zusammen, was Knowledge Management ist:
Besonders zu hervorzuheben ist die Aussage „where people meet together personally“ !
der wissensarbeiter
Spanien: ohne Bildung keine Chance 15. April 2010
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In einem Artikel vom 8.April 2010 schreibt der Economist über die hohen Arbeitslosenzahlen in Spanien. Nahezu 20% der erwerbstätigen Bevölkerung sind momentan arbeitslos. Was noch viel schlimmer ist: etwa 40% aller unter 25-jährigen sind ohne Arbeit und damit auch ohne Zukunft. Spanien verfügt über eine ganze Reihe von Universitäten und auch so etwas wie Fachhochschulen. Das ist nicht das Problem. Deutlich zeigt sich hier aber, was passiert, wenn eine Branche die vorwiegend die niedrig oder gar nicht Qualifizierten beschäftigt, von heute auf morgen zusammenbricht. Die Baubranche hat durch den Knall der Immobilienblase in Spanien enorm gelitten.
Das sollte auch für ein Industrieland wie Deutschland ein Warnzeichen sein. Immer nur auf die Industrie zu setzen, ist ein sehr riskanter Weg. Vor allem ist es wichtig, jetzt schon die Wirtschaftsleistung für die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts vorzubereiten. Und da glaube ich nicht, dass die Produktion auch von hochwertigen Gütern in Mitteleuropa noch die gleice Bedeutung habe wird wie jetzt.
der wissenarbeiter
Kommunistisches Wissensmanagement 14. April 2010
Posted by wissensarbeiter in Wissensarbeit.Tags: Knowledge Management, Knowledge Worker, Unternehmenskultur, Wissensarbeiter, Wissensmanagement
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Im Blog von Michael Fridrich fand ich einen Beitrag, der die Demokratisierung des Wissens, das in den Köpfen der Mitarbeiter weilt, als Ziel von Wissensmanagement darstellt:
„Für Unternehmen und ihre Führungskräfte muss es deshalb darum gehen, die innerbetrieblichen Prozesse des Informationsaustauschs zu systematisieren und eine Unternehmenskultur zu schaffen, die Wissen demokratisiert und allen relevanten Nutzergruppen zur Verfügung stellt. Individuelles Wissen muss also seinen flüchtigen Zustand verlassen und in ein kollektives Firmenwissen, das durch Stabilität und Zugänglichkeit gekennzeichnet ist, überführt werden.“
Wissen ist für Wissensarbeiter das einzige Produktionsmittel. Das Bestreben, dies in ein Kollektiveigentum des Unternehmens zu überführen, auf das jeder unabhängig von den Personen zugreifen kann, ist aus den folgenden Gründen zum sicheren Scheitern verurteilt:
- Welcher Wissensarbeiter hat die Motivation, sein Wissen für alle verfügbar zu machen? Zwang oder extrinsische Anreize bewirken hier nur oberflächlich etwas.
- Wissensarbeiter, die auf einem Fachgebiet über Expertise verfügen, können gar nicht artikulieren, was sie wissen. Hier gilt der bekannte Satz von Dave Snowden: „You only know what you know when you need to know it“. Was ein Wissensarbeiter weiss, tritt nur zu Tage, wenn er dieses Wissen in Problemlöseprozessen benötigt. Das funktioniert genauso, wie wir Menschen nicht die Namen aller Personen nennen können, die wir kennen. Erst wenn wir die Person sehen, fällt uns (meist) der Name ein.
- Auch wenn wir das Wissen sehr gut externalisieren könnten, dürfen wir den Lernprozess des Wissensempfängers nicht unterschätzen. Der Wissensträger hat vielleicht 10 Jahre benötigt um sich die Expertise aufzubauen. Nur weil er ein schönes Dokument geschrieben hat, ist es eine Illuson zu glauben, der Lernprozess liesse sich auf ein paar Tage oder Wochen reduzieren. Für eine Abfrageprüfung wie die leider so weit verbreiteten Zertifizierungen im Software Engineering oder im Projektmanagement mag das vielleicht reichen. Soll diese Person aber ein komplexes Problem lösen, sieht es ganz anders aus. Man wird feststellen, dass es hier nach wie vor sehr grosse Unterschiede zum Experten gibt. Hier gilt der von mir geprägte Satz: „You only know what you should know, when you need to know it„.
Somit hat auch der Kommunismus in der Wissensgesellschaft keinen Platz. Die Produktionsmittel – das Wissen, die Expertise – gehört den Mitarbeitern. Die Organisation – also das Unternehmen – muss Rahmenbedingungen schaffen, in denen die Wissensarbeiter dieses Wissen optimal zur Entfaltung bringen und sich neues Wissen aneignen können. Wer seine Wissensarbeiter nur enteignen möchte, wird nicht mehr lange im Geschäft bleiben.
der wissensarbeiter
Expertenstudie zu Wissensmanagement 13. April 2010
Posted by wissensarbeiter in Wissensarbeit.Tags: Knowledge Management, Wissensmanagement
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Das Know-Center in Graz, Österreichs Kompetenzzentrum für Wissensmanagement, hat zusammen mit der Firma Succon & Partner eine Expertenstudie durchgeführt mit interessanten Ergebnissen zum Thema Wissensmanagement. Im Hinblick auf den aktuellen Status zu Wissensmanagement in der Prozessmanagement-Praxis zeigen sich unter anderem folgende Ergebnisse:
- Der Mensch ist das zentrale Element im Wissensmanagement, da er in Bezug auf Wissen sowohl den jeweiligen Kontext als auch die jeweils vorhandene Information interpretiert. Die zentrale Rolle des Faktors „Mitarbeiter“ für Wissensmanagement im Prozessmanagement wird nicht in vollem Umfang erkannt.
- Die Kernaufgaben im Wissensmanagement sind aus Sicht der Prozessmanager die Tätigkeiten „vorhandenes Wissen transparent machen“ sowie „relevantes Wissen identifizieren“.
- Technische Lösungen/Tools besitzen für Wissensmanagement im Prozessmanagement aus Sicht der Praxisexperten in den meisten Fällen lediglich Unterstützungscharakter.
Eigentlich nicht viel Neues – und dennoch erstaunlich, wie viele Wissensmanagementprojekte rein technisch betrachtet werden.
der wissensarbeiter



