In der Zeitschrift brandeins 10/2008 beschreibt Alexander Grau im Artikel Nur die Ruhe!, wie wir an die Lösung komplexer Probleme herangehen sollten. Gemäss Karl Duncker ist Problemlösen, wenn man ein Ziel erreichen will, aber nicht weiss, wie man dorthin kommt. Probleme sind mehrstufig aufgebaut und erfordern ein schrittweises Nähern an eine mögliche Lösung.

Einfache Probleme lassen sich durch Herumprobieren lösen, komplexe nicht. Beides ist Wissensarbeit. Beim einfachen Fall kann jemand durch geschicktes Probieren zu einer Lösung kommen, wenn denn Probieren überhaupt möglich ist, beim komplexen Fall geht das nicht.

Komplexe Probleme zeichnen sich aus durch folgende Merkmale:

  • Viele unbekannte Variablen
  • Die komplexe Vernetzung dieser Variablen, d.h. eine Änderung einer Variable zieht diverse Änderungen anderer Variablen oft in nicht-linearer Form nach sich
  • Dynamik: ständige Veränderung von Variablen

Menschen sind aufgrund ihrer begrenzten menschlichen Verarbeitungskapazität nicht in der Lage auf einen Schlag die Komplexität der Situation zu beherrschen und machen typische Fehler:

  • Das Ziel ist schon mal nicht klar, d.h. was soll die Lösung denn bringen
  • Neigung zum Lösen von Teilproblemen ohne das Ganze im Auge zu behalten
  • Menschen neigen zu ad-hoc Massnahmen und sind fast grenzenlos optimistisch
  • Fehlen einer klaren globalen Strategie, dafür Beheben von Symptomen, d.h. augenscheinlichen Missständen

Alexander Grau empfiehlt aufgrund obiger Erkenntnisse Mut zum Experimentieren zu haben, Fehler zu begehen, und aus ihnen zu lernen. Wie eingangs schon gesagt, Probleme sind mehrstufig aufgebaut und erfordern eine iterative und inkrementelle Vorgehensweise.

Wie sieht es in Ihren Unternehmen damit aus, Fehler machen zu dürfen und zu lernen? Viele Arbeitnehmer besonders in börsennotierten Grossunternehmen beklagen ja eine Fehlervermeidungskultur. Fehlervermeidungskultur heisst dann auch Lernvermeidungskultur. Und das im Zeitalter des lebenslangen Lernens….

der wissensarbeiter

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