Wenn man Zeitungen aufschlägt, das Fernsehen einschaltet oder Radio hört, ist die Finanzkrise und deren negative Folgen für den Arbeitsmarkt allgegenwärtig. Bei Anne Will in der ARD diskutierten am 26.10.2008 wieder einmal Politiker, welche Partei was falsch gemacht hat und welche Massnahmen jetzt rasch umgesetzt werden müssen, um das System zu stabilisieren. Vorgeschlagene Massnahmen sind irgendwelche Konjunkturprogramme, Lohnerhöhungen trotz Finanzkrise um den Binnenmarkt nicht zum erliegen zu bringen, Steuererleichterungen hier und da, usw.  In meinem Artikel vom 26.10.2008, Komplexe Probleme lösen habe ich mit Bezug auf den Artikel in brandeins 10/2008 von Alexander Grau beschrieben, wie schnell Menschen zu sogenanntem Reparaturverhalten neigen ohne das System in seinem dynamischen Verhalten durchschaut zu haben. Dabei ist schon lange bekannt, dass die heutige Arbeitswelt unter dem Einfluss von fünf grundlegenden Faktoren steht. Grundlegend bedeutet dabei aber nicht, dass diese Faktoren etwa voneinander unabhängig sind. Sehr wohl beeinflussen sich diese Faktoren gegenseitig, in zum Teil offensichtlicher, manchmal aber auch recht subtiler Art und Weise. Dies macht Interventionen schwierig, aber nicht aussichtslos. Die Politik müsste sich eben nur mal die Mühe machen, das System zu verstehen und den Mut aufzubringen mit Interventionen zu experimentieren.

Die fünf Faktoren sind:

  • Der sektorielle Wandel
  • Der demographische Wandel
  • Der technische Wandel
  • Die Globalisierung
  • Der gesellschaftliche Wandel

Die Reihenfolge der obigen Liste macht dabei keine Aussage über die Bedeutung eines jeden Faktors. Im Beitrag von Norbert Bensel, Arbeitszeit, Weiterbildung, Lebenszeit – neue Konzepte, Kongress „Gut zu Wissen“, Heinrich-Böll-Stiftung, 5/2001 finden sich diese fünf Faktoren, etwas anders bezeichnet, ebenfalls wieder.

Da wir kaum davon ausgehen können, dass die Politik die Komplexität der Entwicklung unserer Wirtschaft und Gesellschaft wirklich versteht und langfristig wirksame Rahmenbedingungen setzt um damit das Gesamtsystem zu steuern, ist jeder Einzelne für sich verantwortlich, diese fünf Faktoren in seiner eigenen Lebensplanung zu berücksichtigen.

In den nächsten Artikeln werde ich jeden dieser fünf Faktoren näher beschreiben.

Bis dahin, viel Spass beim lesen und nachdenken…

der wissensarbeiter

Eine Antwort »

  1. Karola sagt:

    Lieber Wissensarbeiter,

    sehr interessant, Dein Weblog und Deine Artikel!
    Dich wird auch die neueste Ausgabe des Harvard Business Manager Magazins interessieren, in dem es unter anderem einen Artikel mit dem Titel „Das lernende Unternehmen“ gibt. Es geht darin um die traurige Tatsache, dass die meisten Manager davon ausgehen, ihre Firma wäre eine lernende Organisation und neu entwickelte Diagnoseinstrumente, die das Gegenteil beweisen…

    soweit für heute
    Der Agentur Coach

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