Im Blog des Harvard Business Review vom 5.April 2010 erschien ein hervorragender Beitrag unter dem Titel „Are all Employees Knowledge Workers?„. Besonders die folgende Feststellung ist absolut korrekt:

When executives focus on „knowledge workers“, they lose sight of the fact that even highly routinized jobs require improvisation and the use of judgment in ambiguous situations, especially if the goal is to drive performance to new levels.“

Hier sehen wir deutlich, dass die binäre Einteilung  entweder Wissensarbeiter oder Routinearbeiter die Realität der Arbeitswelt nicht richtig widergibt. Ein Koch, der ein neues Gericht kreiert, ist ein Wissensarbeiter. Wenn er dann mit seinem Team dieses Gericht zum Abendmenü dutzendfach zubereitet, muss das als Routinearbeit organisiert sein, da es sonst unbezahlbar wäre. Ein ähnliches Beispiel ist der Zweiradmechaniker, der Oldtimermotorräder repariert. Klar, dass auch Angestellte in der Werkstatt Wissensarbeiter sein können, wenn sie sich zum Beispiel mit Prozessverbesserungen beschäftigen und nach Lösungen suchen. Allerdings wird dadurch temporär die Effizienz der Arbeiter deutlich schlechter um vielleicht später etwas besser zu sein.  Der Apell der Autoren, in allen Mitarbeitern das kreative Potential zu wecken, ist zwar gut gemeint, bei der Niedrigpreisstrategie und dem Effizienzdruck vieler Unternehmen aber völlig unrealistisch. 

Übrigens auch Manager, die sich gerne als Wissensarbeiter sehen, sollten einmal ihre tägliche Arbeit durchleuchten. Dabei würden viele feststellen, dass gerade im operativen Bereich ein hoher Routineanteil vorherrscht. Wie sonst wäre es auch möglich auf 10 Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen?

der wissensarbeiter

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