Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hat berechnet, dass die Arbeitslosigkeit bis 2020 deutlich zurückgehen soll. Besonders sollen dabei fast zwei Millionen Jobs für Akademiker geschaffen werden. Weitaus mehr als die prognostizierten 800.000 neuen Jobs für Unqualifizierte. Auch wenn die genannten Zahlen nur Schätzungen sind und damit eine gewisse Ungenauigkeit aufweisen, das Verhältnis zwischen neuen Jobs für Qualifizierte und Unqualifizierte wird im besten Fall in diesem Rahmen liegen. Deutschland profitiert nicht nur als Exportweltmeister von der Globalisierung, für Unqualifizierte ist sie nach wie vor mehr Bedrohung als Chance. Daher ist produktive Wissensarbeit der einzige Ausweg aus der Krise zu Wohlstand und hohem Lebensstandard. Bildung ist dazu das Fundament.

Leider erfordert eine massive Investition in Bildung einen Zeithorizont von viel mehr als nur einer Legislaturperiode von 4 Jahren um die Früchte zu ernten. Auch wird es immer fraglicher, inwieweit Bildung einer zunehmend vom Staat abhängigen Bevölkerung überhaupt wahlkampftaktisch vermittelbar ist  und damit die gewünschten Wählerstimmen bringt. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass Themen wie Hartz-IV-Erhöhung, Steuersenkung oder Rentenerhöhung eher geeignet sind, die Wähler für die nächste Bundestagswahl zu gewinnen. Kurzfristigkeit als Überlebensstrategie für Politiker. Dabei bräuchte es eine langfristige Vision für Deutschland.

der wissensarbeiter

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  1. Bildung kann ja vieles bedeuten. Aber hier geht es wohl um Arbeitsorientierte Bildung.
    Da verweise ich dann mal auf das Projekt Stuttgarter Scheckkarte für alle Familien unter 60000 Euro Jahreseinkommen, in Höhe von 60 Euro/Jahr, die für Bildung und Sport eingesetzt werden kann, und offensichtlich auch wird, denn die Karte wird anscheinend sehr gut angenommen. Also, es besteht Hoffnung!
    Allerdings, im Gegenzug hörte ich neulich die Geschichte einer aufgeweckten, überhaupt nicht dummen 2.Generations-Migrantin aus Algerien. Vater 40 Jahre lang Lokomotivführer bei der DB, Mutter Hausfrau. Tochter bildungsfern aufgewachsen, mit ihrer Clique von Freundinnen Schule geschwänzt, danach keine Lehrstelle bekommen, vom Arbeitsamt-Berater auch noch völlig entmutigt und de facto weggeschickt, mit 25 Jahren, nach etlichen ungelernten Jobs nun Kellnerin in einem Restaurant. Jetzt, erwachsen geworden, würde sie gerne weiter zur Schule gehen, eine Ausbildung machen, aber sie sieht keine Möglichkeit. Wo gibt es schon für solche Menschen Anlaufstellen und Unterstützung?

    • wissensarbeiter sagt:

      Ja solche Bildungskarten, die ja auch zur Zeit für Hartz IV Empfänger diskutiert werden, sind sicherlich hilfreich, vor allem als Unterstützung für Eltern, die bisher keinen besonders grossen Wert auf die Bildung ihrer Kinder gelegt haben.
      Naja, der Arbeitsamt-Berater sollte auch hier der jungen Dame helfen, z.B. über eine Abendschule zumindest den Hauptschulabschluss nachzuholen und danach eine Lehrstelle zu finden.

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