In einem sehr lesenswerten Artikel in brandeins 07/2010 hinterfragt Wolf Lotter den Wert von sozialen Netzwerken. Grundsätzlich ist das alles eine gute Sache, aber es gibt dabei grosse Unterschiede. Auf der einen Seite gibt es die meist oberflächlichen (Wolf Lotter sagt dazu schlampigen) Verhältnisse in Facebook, bei dem man sich fragen muss, was der Sinn von 120’000 Freunden von Freunden eigentlich sein soll, auf der anderen Seite zeigt uns Wikipedia, wie konstruktive Zusammenarbeit funktionieren kann. Hier ist tatsächlich 1 + 1 = 3.

In einem anderen Artikel in der gleichen Ausgabe mit dem Titel Vergesst Netzwerke. Und Partys sagt der Modedesigner Herbert Frommen: „Zwar bin ich Mitglied bei Facebook und Xing, aber ich glaube nicht, dass man da Geschäfte anbahnen kann. Heute wie früher ist der persönliche Kontakt das alles Entscheidende.“

Wie soziale Netzwerke doch zu Geschäftskooperationen führen können – nämlich dann, wenn diese Netzwerke hochspezialisiert sind – steht in einem weiteren sehr lesenwerten Artikel in brandeins 07/2010: Die Nutzwerker. Der Autor Thomas Ramge beschreibt welche entscheidende Frage den Sinn eines Netzwerks beantworten muss: „Wie müssten Internetgemeinschaften eigentlich beschaffen sein, damit sie ihren Mitgliedern einen echten Mehrwert bringen? Die Antwort ist bereits im Netz zu finden: bei vielen kleinen Communities, die im Hype um die großen Social-Media-Plattformen zurzeit kaum Beachtung finden, aber echte Beziehungen zwischen Menschen schaffen und ihnen dabei wirtschaftlichen Nutzen bringen„.

Bei all dem Hype um die Vernetzung sollten wir den Wert der echten persönlichen Beziehungen nicht vergessen. Mitglieder in Xing mit weniger als 100 Kontakten werden manchmal müde belächelt – die mit über 400 Kontakten um ihre Netzwerkfähigkeit beneidet. Keiner erfährt ja, wie es um deren Netzwerk wirklich bestellt ist…

Viel Spass und Erfolg beim sinnvollen Netzwerken wünscht

der wissenarbeiter

Eine Antwort »

  1. Ja – wie so oft gilt wohl auch in puncto soziale Netzwerke:
    Es kommt darauf an, was man daraus/damit macht.
    Sicherlich habe beide Ausprägungen ihre Berechtigung, denn letztlich ist auch ein Netzwerk ein Team – mit allen zu bewältigenden Herausforderungen bekannter Teambildungsprozesse.

    Für mich persönlich gibt es allerdings keine wirkliche Alternative zu jeder Art von Vernetzung. Mein Gehirn – und die meiner Mitarbeiter – machen mir ja täglich vor, wie gute Ideen entstehen und sinnvoll umgesetzt werden:
    Inspiration – Assoziation – Kollaboration!

    Übrigens:
    Danke für das Auflisten von „Wissenschatzler“ in der Blogroll!
    [Hinweis dazu: Der Blog ist umgezogen. Neue URL lautet http://blog.leo-consulting.net/wissenschatzler%5D.

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