Eine lesenswerte Studie zum Recruiting 2.0 hat Christian Haueter Anfang 2010 veröffentlicht (die Studie ist online bei Scribd verfügbar, siehe Dokument unten). Dabei hat er sowohl theoretische Überlegungen zum Einsatz von Web 2.0 Anwendungen im Recruiting angestellt als auch eine Umfrage unter 58 Unternehmen in der Schweiz gemacht. Festgestellt hat der Autor dabei, dass sich viele Unternehmen zwar von Web 2.0 Anwendungen einen grossen Nutzen versprechen, die meisten aber noch im E-Recruiting (1.0) stecken geblieben sind:

Während es beim E-Recruitment um eine Digitalisierung von Prozessen ging, steht beim Recruitment 2.0 die Adaption von Web 2.0 Applikationen für den Recruitmentzweck imZentrum.“

Der Autor stellt die verschiedenen Web 2.0 Anwendungskategorien vor (Social Networks, Podcasts, Wikis, Media Sharing, Blogs,Microblogs, Virtuelle Welten, Feeds). Der Einsatz solcher Anwendungen hat Einfluss auf:

  • Datenbeschaffung – wie bekommt das Unternehmen Zugang zu Kandidaten
  • Kommunikation – wie kommunizieren Kandiaten und Unternehmen
  • Informationsdistribution – wie machen sich Unternehmen bei Kandidaten bekannt

Dabei geht eine solche Transformation nicht über Nacht:

Auch der Aufbau einer Web-2.0-Zielgruppe braucht Zeit und ein aktives Management, wobei die Benutzer stetig für das Interesse an der Unternehmung gewonnen und begeistert werden müssen.

Interessant die Resultate der Umfrage in der Schweiz (ab Seite 37). Hierzu ein paar Zitate aus der Studie:

Aus den Daten kann aber auch die leichte Tendenz festgestellt werden, dass soziale Netzwerke, Podcast, virtuelle Welten und Arbeitgeberbewertungsplattformen eher besser verstanden werden. Dagegen stellt sich für Wiki, Blog, Micro Blog und Media-Sharing-Anwendungen eine Tendenz zu einem eher kleineren Verständnis heraus„.

Und weiter:

Diese Feststellung lässt den Schluss zu, dass die Recruitment-Abteilungen wohl eher nicht zu den Trendsettern bzw. early Adopters innerhalb einer Unternehmung gehören, was den Einsatz neuer Technologien betrifft„.

Zusammengefasst:

Es ist deshalb zu vermuten, dass viele Unternehmen das Internet noch sehr „eins nullig“betrachten und dieses vor allem als Einbahnstrasse für die Verteilung von Informationensehen. Die wahren Potentiale bleiben bei einem solchen Verständnis aber grösstenteils ungenutzt. Aufgrund der gemachten Befunde müssten sich die Unternehmen daher tiefgründiger mitder Materie um den Einsatz von Web-2.0-Anwendungen vertraut machen, um zu verstehen, dass einer „zwei nulligen“ Verwendung des Internets eine bewusste Veränderung bestimmter Gewohnheiten vorangehen muss und sich diese nicht einfach durch die Verwendung der 2.0 Tools einstellt. Folgt man der vorangehenden These, dass die neuen Anwendungen erst noch ihren Platz im Alltag der Recruiter finden müssen, so lässt sich daraus auch schliessen, dass viele Erfahrungen im Umgang mit dem Web 2.0 aber auch erst noch gemacht werden müssen. Die Offenheit der Personaler für eine bewusste Transformation vom Recruitment zum Recruitment 2.0 ist für diesen Prozess jedoch fundamental.“

Wieder eine Chance für innovative Unternehmen, sich im „Kampf“ um die heiss begehrten Wissensarbeiter von trägen Grosskonzernen abzuheben. Schlau ist, wer sie nutzt.

der wissensarbeiter

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