Die 7. Stuttgarter Wissensmanagement Tage vom 16. bis 17.11.2011 waren für dieses Jahr die letzte Veranstaltung, bei der ich das Vergnügen hatte, einen Vortrag zu halten. Auffällig bei dieser Veranstaltung war, dass viele Teilnehmer da waren, die sich in der Funktion als Verantwortliche Intranet, HR oder interner Kommunikation erst seit kurzem mit Wissensmanagement beschäftigen. Dies war sehr deutlich in vielen Gesprächen und vor allem im randvoll gefüllten Workshop „Wissensmanagement erfolgreich einführen“ zu sehen. Ein Thema, was auch sehr viel diskutiert wurde und das Prof. Dr. Heinz Mandl und seine Assistentin in einem Vortrag ausführlich erläuterten, waren die altbekannten Yellow Pages (auch Wissensträgerkarten genannt).

Besonders die Diskussion sowohl im oben genannten Workshop als auch in vielen Gesprächen zeigte, dass bei vielen Unternehmen die Transparenz über das Wissen der Mitarbeiter oft durch den Betriebsrat blockiert wird. Ein Teilnehmer bemerkte sogar, dass im öffentlichen Dienst diese Transparenz vom Arbeitgeber ganz und gar nicht gewünscht wird, da die Gefahr besteht, dass dies Angestellte dazu verleiten könnte, aufgrund des nun transparenten Wissens eine höhere Besoldungsstufe einzuklagen. Unternehmen mit verängstigten Mitarbeitern und die Bundesbetriebe sowieso sind in der Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts wohl noch nicht angekommen. All das hat letztendlich mit Unternehmenskultur zu tun. Eine auf Macht, Angst und Intransparenz aufgebaute Unternehmenskultur ist oft der Bremsklotz für die produktive Nutzung des Wissens der Mitarbeiter.

In meinem Vortrag „Denkfallen in der Wissensarbeit“ bin ich speziell auf die Bereiche Wissensentwicklung und Wissensnutzung im Modell von Probst eingegangen. Ich bin der Meinung dass diese beiden Bereiche im Wissensmanagement bisher deutlich zu kurz gekommen sind.

Quelle: Enzyklopädie der Wirtschaftsinformatik

Die meisten Beiträge an vielen Konferenzen genauso wie in Stuttgart auch fokussieren gerne auf Wissensbewertung, Wissensbewahrung, Wissensverteilung und Wissensidentifikation. Wenn die Wissensentwicklung und die Nutzung allerdings ungenügend sind, bringt alles andere überhaupt nichts. Die Resultate der Wissensarbeiter bleiben suboptimal, auch wenn Wissensbilanzen, Wissenslandkarten und Wissensdatenbanken mit viel Aufwand erstellt und gepflegt werden.

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