Über den Jahreswechsel habe ich mich intensiver mit Kanban beschäftigt und das Buch von David Anderson gelesen. Kanban ist ein Vorgehen, das bei der Produktentwicklung die Anzahl paralleler Arbeiten, den Work in progress (WiP), reduziert und somit schnellere Durchlaufzeiten erreicht und Probleme – insbesondere Engpässe – schnell sichtbar macht. Der Comic One Day in Kanban Land erklärt sehr anschaulich die wesentlichen Elemente von Kanban.

In der Wissensarbeit – sei es in der Produktentwicklung oder im Management – scheinen mir zwei Aspekte bei Kanban die grössten Herausforderungen darzustellen:

  1. Die Losgrösse, also das einzelne Arbeitspaket, sollte möglichst immer gleich gross sein.
  2. Das System funktioniert nur, wenn wir nicht die volle Auslastung aller Mitarbeiter als Ziel haben und wie im Comic beschrieben, Mitarbeiter bereit und fähig sind, bei Engpässen woanders auszuhelfen.

Zum Punkt 2: In der Softwareentwicklung mag dieser Punkt bei gut zusammenarbeitenden Teams keine so wichtige Rolle spielen bzw. als Selbstverständlichkeit gelten. Im Management oder im Verkauf sieht das aber schon anders aus. Hier wirken individuelle Zielvereinbarungen und der Drang, die individuelle Leistung eventuell sogar noch finanziell zu belohnen, einem funktionierenden Kanban-System typischerweise entgegen. Kanban funktiert auch nicht, wenn Kosteneinsparungen dazu führen sollen, die Auslastung zu erhöhen. Mathias Bohlen hat bei einem ambulanten Aufenthalt in einem Spital in der Toskana erlebt, was es heisst, wenn Flow nicht funktioniert und dies in seinem Blog sehr anschaulich beschrieben.

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  1. Hallo Herr Dirbach,
    es freut mich, dass Ihnen die „Emergenza“-Story gefallen hat. Mehr in dieser Art gibt es ab Februar 2012 als Telekonferenzen, 10x im Jahr. Auf meiner Website finden Sie Infos zu Themen und Terminen.
    Auch auf der OOP 2012 gebe ich einen Vortrag zum Thema „Flow in Lean, Flow im Team“. Sehen wir uns dort eventuell?
    Schöne Grüße,
    Matthias Bohlen

  2. wissensarbeiter sagt:

    Hallo Herr Bohlen,
    Ich bin auch auf der OOP mit dem Vortrag „Software entwickeln mit Verstand“ zusammen mit Markus Flückiger. Wir zeigen die Essenz aus unserem Buch. Würde mich freuen, wenn wir uns da mal treffen könnten.
    In den nächsten Tagen werde ich hier auch auf Ihren Artikel im Objektspektrum eingehen, den ich ebenfalls sehr gut finde, da sie Dinge verbinden, die im üblichen „Prozesskrieg“ nie Erwähnung finden.

    Beste Grüsse
    Jörg Dirbach

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