Kristin Block von wissenswerk hat eine gute Zusammenfassung darüber geschrieben, wie Wissenstransfer funktioniert. Besonders hervorheben möchte ich den beschriebenen Aspekt der Wechselwirkung zwischen Sender und Empfänger. Hierzu erwähnt Kristin Block auch die Definition von M.Thiel:

Unter Wissenstransfer ist die zielgerichtete Übertragung von Wissen von einem Transferpartner (Sender) zu einem anderen Transferpartner (Empfänger) zu verstehen, wobei die Transferpartner Individuen oder Kollektive sein können und die Rollen Sender und Empfänger in einer Transfersituation wechseln können.“

Wissenstransfer ist also alles andere als eine Einweg-Kommunikation. Liebe Lehrer und Hochschulprofessoren aufgepasst!

„Entgegen der häufigen Meinung geht es hier nicht darum, einfach sein Wissen in Form von Dokumentationen „über den Zaun zu schmeißen“, in der Hoffnung, dass es vom Empfänger schon irgendwie aufgefangen wird. Vielmehr geht es darum, sich als Sender auf den Empfänger einzulassen. Das heißt, sich im Klaren zu sein, dass der Empfänger vielleicht nicht gleich versteht worum es geht oder einfach Schwierigkeiten hat, den Kontext zu erkennen, z.B. weil ihm die Erfahrung oder das Vorwissen fehlen.“

In unserem Buch Software entwickeln mit Verstand – Was Sie über Wissensarbeit wissen müssen um Projekte produktiver zu machen haben wir diesen Aspekt ebenfalls behandelt. Die folgende Grafik zeigt wie im Dialog zwischen Wissensträger und Wissensempfänger eine schrittweise Annäherung des Wissensbestandes erfolgt. Der Wissensträger (Sender) befindet sich auf der linken Seite, der Wissensempfänger auf der rechten Seite. In der Mitte sehen wir symbolisch, welcher Teil des Wissens übertragen werden soll. Erst der Dialog ermöglicht eine halbwegs vernünftige Übertragung.

Der Grund dafür ist, dass beim Wissensempfänger erst ein Lernprozess die Aufnahme des Wissens ermöglicht. Lernen im Dialog ist das, was beim gemeinsamen Lernen, in Bar-Camps oder Open space Diskussionen passiert, wenn beide Parteien sich auch Mühe geben, den anderen zu verstehen. PowerPoint-Vorträge dagegen sind fast ausschliesslich Einweg-Kommunikationsveranstaltungen. Und das Beste ist: der Wissensvermittler lernt ebenfalls dazu, wie man in der oben gezeigten Grafik erkennen kann. Und damit sind wir wieder bei der obigen Definition von M.Thiel:

„… und die Rollen Sender und Empfänger in einer Transfersituation wechseln können.“

Ich würde sogar sagen: wechseln müssen!

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