haysStudie2012aDer dritte und letzte Teil des umfangreichen Studienprojektes zur Wissensarbeit ist abgeschlossen. Im ersten Teil wurden 10 Experten zu Wissensarbeit in einem ausführlichen Interview befragt, bei denen ich ebenfalls dabei sein durfte. Im zweiten Teil wurden Wissensarbeiter in verschiedenen Unternehmen und im dritten Teil Führungskräfte befragt. Hays veröffentlichte nun die Gesamtergebnisse. Auffällig sind die unterschiedlichen Sichtweisen von Führungskräften und Wissensarbeitern bei vier unterschiedlichen Aspekten. Darauf möchte ich in diesem Artikel kurz eingehen.

  1. Wissen als strategische Ressource: hier sind sich sowohl Führungskräfte als auch Wissensarbeiter einig, dass Wissen eine hohe strategische Bedeutung in Unternehmen erlangt hat. Interessant ist, dass Mitarbeiter in tieferen Hierarchieebenen der Umgang mit Wissen weitaus kritischer beurteilen, als Führungskräfte an der Spitze der Unternehmen.
  2. Klassische Prozesse: Führungskräfte glauben viel häufiger, dass Wissensarbeit innerhalb klassischer Prozesse ablaufen soll als Wissensarbeiter. Wissensarbeiter möchten mehr Freiheit und Flexibilität bei der Ausführung von Wissensarbeit haben. Offensichtlich haben viele Führungskräfte Schwierigkeiten, Kontrolle über das Vorgehen zu verlieren und auf Selbstverantwortung und Ergebnisorientierung der Wissensarbeiter zu setzen.
  3. Wissensarbeiter machen auch Routinearbeit: Viele Führungskräfte glauben, dass ihre Wissensarbeiter nur wenig Routineanteil in ihrer Arbeit haben, während die Wissensarbeiter von sich zu einem grossen Teil das Gegenteil behaupten.
  4. Selbstvermarktung der Wissensarbeiter: Viele Wissensarbeiter sind eher zurückhaltend bei der Selbstvermarktung obwohl die Führungskräfte dies sehr befürworten und als wichtig erachten. Es scheint so, als ob Wissensarbeiter eben doch lieber in ihrem Fachgebiet nach sinnvollen Lösungen für bestehende Problemstellungen suchen als sich der Selbtvermarktung der eigenen Person innerhalb und auch ausserhalb des Unternehmens zu widmen.

Zusammenfassend interpretiere ich diese vier Ergebnisse dahingehend, dass in vielen Unternehmen gerade auf Führungsebene das Verständnis für Wissensarbeit und deren grundlegender Eigenschaften immer noch fehlt. Nicht wenige Führungskräfte versuchen mit traditionellen Managementmethoden Wissensarbeiter zu führen und die obigen Resultate zeigen, dass in Bereichen des Umgangs mit Wissen, der Prozesse und Vorgehensweisen und der Einschätzung des Routineanteils unterschiedliche Ansichten bestehen. Einen der Gründe dafür, habe ich schon mal aufgrund einer Untersuchung des CIO Magazins kommentiert.

Eine Antwort »

  1. […] hat im Jahr 2013 eine Studie durchgeführt, bei der ich auch als Experte dabei sein durfte. Eine Zusammenfassung über die Studie habe ich damals hier im Blog […]

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