open_officeAm 17. Mai 2015 habe ich einen Artikel zur Blogparade Die perfekte Arbeitsumgebung für Wissensarbeiter veröffentlicht. Ich betonte in diesem Artikel, dass es grundsätzlich zwei Arbeitsmodi gibt: Individuelles und konzentriertes Arbeiten sowie Teamarbeit, bei der Kommunikation entscheidend ist. Beide Arbreitsmodi benötigen völlig unterschiedliche Arbeitsumgebungen. Trotzdem halten sehr viele Unternehmen am Konzept Grossraumbüro stur fest. Gerade auch Führungskräfte von Entwicklungsteams, die mit agilen Ansätzen wie Scrum arbeiten, sind Verfechter davon, alle Mitarbeiter eines Teams unbedingt im selben Raum zu haben um Kommunikationswege so kurz wie möglich zu halten. Grossraumbüros sind nach wie vor „en vogue“.

Wolf Lotter analysiert in einem Artikel in brandeins messerscharf, warum Grossraumbüros nach wie vor so beliebt sind und zeigt auch die dahinterliegenden Grundhaltungen auf.

Im Mittelpunkt steht nicht das disziplinierte Lösen eines Problems, die Konzentration auf das Wesentliche, sondern die unablässige Kommunikation. Das Wort ist allgegenwärtig und zu Unrecht positiv besetzt. Die vollständige Fokussierung auf Kommunikation statt auf Problemlösung erzeugt eine Grundhaltung, die ungefähr so funktioniert: Mein Gott, das ist wirklich ein großes Problem. Schön, dass wir mal darüber gesprochen haben.“

Viele Manager und Angestellte klagen tatsächlich, dass ihnen die Zeit fehlt, sich zu konzentrieren“, sagt Professor Trimpop. ….“ Wissensarbeit, sagt Trimpop, bestehe im Wesentlichen aus „Denken, Planen und Führen“, alles Tätigkeiten, die „unbedingte Konzentration erfordern“.

Hanns-Peter Cohn, Vorstandsvorsitzender der schweizerischen Vitra AG, kennt die Geschichte des Großraumbüros – und er weiß, welche Rahmenbedingungen Wissensarbeiter bräuchten…. Tatsächlich hätten „Wissensarbeiter in einer offenen Bürolandschaft nichts verloren. Das sind Leute, die für sich arbeiten.“ Man brauche Konzepte für etwas, das Hanns-Peter Cohn „gemischte Bürowelten“ nennt. Die neue Arbeit besteht nun mal aus konzentrierter Tätigkeit, dann wieder aus Austausch und Gesprächen. Es geht nicht um Arbeitsplätze. Es gehe, sagt Cohn, „um eine Infrastruktur für die Wissensarbeit“.

Wie solche Infrastrukturen für Wissensarbeit aussehen können, kann man sich zum Beispiel hier ansehen. Wer noch nicht das Glück hat, bei einem Arbeitgeber seine Brötchen zu verdienen, der weiss, was Wissensarbeiter benötigen, findet in einem Artikel auf tn3 über Grossraumbüros Tipps und Tricks, wie man sich vor Ablenkung im Grossraumbüro schützen kann.

Am 17. Juni werde ich mit Nikolaus Arn von der RBS Group, der uns bei Zühlke schon seit einiger Zeit mit seinem Unternehmen unterstützt, optimale Arbeitsbedingungen für Wissensarbeit zu schaffen, einen Vortrag am neo.forum in Luzern halten. Unser Titel: Bunte Sofas reichen nicht – der Wissensarbeiter im Mittelpunkt. Denn auch wenn die Bilder von den Büros mit coolen und farbigen Möbeln eine moderne Arbeitsumgebung suggerieren, die bunten Sofas alleine bringen noch gar nichts. Ein Thema, das übrigens auch Elke Frank und Thorsten Hübschen von Microsoft in ihrem neuen Buch Out of Office wunderbar analysiert und beschrieben haben. Mehr zu diesem Buch in einem der nächsten Artikel.

Eine Antwort »

  1. […] letzten Wochen hier auf meinem Blog (Gibt es die perfekte Arbeitsumgebung für Wissensarbeiter? und Wissensarbeit in Grossraumbüros – macht das wirklich Sinn?) organsierte ich eine Session zum Thema optimale Arbeitsumgebung für Wissensarbeiter. Wir […]

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