GKM14_CollageAm 19. und 20. September 2014 fand das Knowledge Camp in Hagen statt. Das Knowledge Camp wird jedes Jahr von der Gesellschaft für Wissensmanagement GfWM in Deutschland organisiert. Der Schwerpunkt in diesem Jahr war das Thema Wissensarbeit. Aus diesem Grund haben mich die Veranstalter angefragt, ob ich nicht bei der Organisation des Camps mitwirken möchte, was ich selbstverständlich sehr gerne tat. Etwa 70 Teilnehmer waren in den zwei Tagen zu den Räumlichkeiten der Fern Uni Hagen gekommen, um sich mit dem Thema Wissensarbeit und natürlich auch Wissensmanagement zu beschäftigen. Auf der Mixxt Community Plattform waren alle Informationen übersichtlich für die Teilnehmer zugänglich. Der Sessionplan zeigt die Vielfalt der Themen.

Ich selbst habe am ersten Tag ein Session mit dem Thema Was ist Wissensarbeit? angeboten. Hier war das Ziel, die Teilnehmer selbst durch das Lösen von Beispielaufgaben die Unterschiede in der Wissensarbeit erlebbar zu machen. Beim ersten Streichholzproblem mussten die Teilnehmer ein Lösungsmuster entdecken, bei der zweiten Aufgabe dieses nur noch anwenden. Gerade beim ersten Streichholzproblem zeigte sich, wie schon so oft, dass wir mit dieser Art von Problemstellungen nicht sehr produktiv umgehen. Viele verharren in der Analyse, versuchen auf Anhieb das Problem gesamtheitlich zu durchdringen und setzen externe Mittel wie Bleistift und Papier nur unzureichend ein. Nur wenn man zunächst einfachere Teillösungen anstrebt, kommt man ins Handeln und hat die Chance Lösungsmuster zu entdecken. Echte Wissensarbeit, die nach der Typisierung vom Fraunhofer Institut dem Typ D entspricht (siehe Präsentationsfolien), hat genau die Charakteristiken des ersten Streichholzspiels: wir kennen weder die Lösung noch kennen wir den eindeutigen Weg zur Lösungsfindung. Damit können wir durch reine Analyse der Problemstellung keine Lösung finden. Leider haben die Schule, das Studium und sehr oft auch unsere Berufstätigkeit uns auf eine saubere Analyse als einzig wahres und professionelles Mittel zur Lösungsfindung hingetrimmt. Damit bleiben uns aber viele komplexe Aufgabenstellungen die auch echte Innovation hervorbringen, verschlossen. Schlimmer noch, wir drohen zu verlernen, neue Lösungsmuster im Problemlöseprozess zu entdecken. Aber nur so macht lebenslanges Lernen im täglichen Arbeitsprozess wirklich Sinn.

Am zweiten Tag habe ich zusammen mit Ute John eine Session zum Thema Führen von Wissensarbeitern der Generation A-Z durchgeführt. Wie sich dann allerdings herausgestellt hat, waren die Generationenunterschiede gar kein Diskussionspunkt. Was die Teilnehmer besonders interessierte und die Diskussion befeuerte, war die Frage, wie sie gerne geführt würden. Als Fazit habe ich mir die folgenden drei Punkte notiert:

  1. Starke Individualisierung der Führung, auf jeden Mitarbeiter persönlich eingehen.
  2. Erkennen wann ein Mitarbeiter Führung benötigt bzw. erwünscht und wann er sehr selbstorganisiert arbeiten möchte
  3. Mitarbeiter möchten auch wissen für was sie letztendlich verantwortlich sind und wo sie in der Organisation verortet sind, Orientierung geben ist wichtig

Die Ergebnisse aller Sessions sind auf der Mixxt Community Plattform verfügbar, bzw. sollten dort nach und nach verfügbar gemacht werden.

Insgesamt war das Knowledge Camp aufgrund der Vielfalt der Themen und der daraus entstandenen Diskussionen sehr bereichernd für mich. Was sich aber auch klar zeigte war die Tatsache, dass der Begriff Wissensarbeit immer noch für viele eher unscharf ist obwohl es ja wirklich sehr gute Definitionen gibt. Ein Dank gilt auch an Rainer Bartl für die perfekte Leitung der Organisation.

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  1. […] des kürzlich stattgefundenen Knowledge Camps der GfWM in Hagen haben die Veranstalter auch ein Videointerview mit Frank Schabel von Hays zum Thema […]

  2. […] Jörg Dirbach wissensarbeiter.wordpress.com/2014/09/20/ruckblick-auf-das-knowledge-camp-2014-in-hagen […]

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