Bei der Diskussion um Social Media in Unternehmen findet man auf der einen Seite die Befürworter, die möglichst  nur noch über Microblogging, Instant Messaging und Blogs kommunizieren möchten, auf der anderen Seite die Skeptiker, die schon heute viel zu viele Emails lesen und Angst davor haben, mit noch mehr Information überladen zu werden. Gerade die Gefahr der permanenten Ablenkung nimmt durch den Einsatz von Social Media eher zu als ab. Ich habe hierzu einige interessante Artikel und ein Video im Web gefunden, die einerseits über eine Befragung zur Ablenkung der Mitarbeiter berichten, andererseits aber auch Tipps im Umgang mit den neuen Möglichkeiten der Technologie geben.

Die Ergebnisse einer Befragung unter 500 Angestellten zeigen, dass 53% aller Mitarbeiter mehr als eine Stunde pro Tag durch digitale Kommunikationsmittel verlieren. In Meetings kommunzieren 66% der Befragten gleichzeitig auch noch über elektronische Medien. Gemäss der Umfrage sagen einige Angestellte, dass trotz der Unterbrechungen die Produktivität eher steige. In einem anderen Artikel über die gleiche Studie sind die Ergebnisse grafisch sehr übersichtlich aufbereitet. Hier zeigt sich schon der schmale Grat wieviel Ablenkung durch den Wert der zusätzlichen Information gerechtfertigt ist. 

Ein anderer Artikel weist darauf hin wie wichtig es ist, Zeit ohne Unterbrechnung zu haben um schwierige Aufgaben zu bearbeiten. Gerade Wissensarbeiter, die Kreativität und Konzentration benötigen, um ihre Aufgaben zu lösen, brauchen immer wieder Phasen ungestörter Denkarbeit. Diese Phasen müssen ohne Unterbrechung sein um eine hohe Produktivität zu ermöglichen. Warum das so ist, beschreiben wir ausführlich in unserem Buch Software entwickeln mit Verstand.

Clay Shirky erläutert in seinem Vortrag sehr anschaulich warum Information Overload kein Problem ist, sondern eine unumgängliche Tatsache, mit der wir nur lernen müssen richtig umzugehen.

Mein Fazit: Medienkompetenz heisst nicht nur zu wissen, was Facebook und Twitter ist, sondern wie wir Social Media zur Steigerung der eigenen Produktivtät sowie von Teams einsetzen müssen. Ich persönlich versuche die folgenden Regeln zu beachten (was mir allerdings auch nicht immer zu 100% gelingt😉

  • Striktes Filtern, d.h. bei Twitter nur Personen folgen, deren Kommentare oder Links mir persönlich echten Mehrwert bringen
  • Lieber einige wenige Blogs regelmässig lesen, als dutzende von Blogs nur ganz sporadisch.
  • Nicht permanent Tweets verfolgen, sondern nur einige male pro Tag, das gleiche für Email. Eine Zugfahrt oder eine kurze Pause an der frischen Luft sind dafür immer bestens geeignet.

der wissensarbeiter

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  1. Danke vielmals für diesen ausgezeichneten Post. Ich hatte vor einiger Zeit auch noch riesige Probleme mit dem Umgang dieser extremen Informationsflut, sei es Twitter, Mails oder Blogs. Ich kann deine erwähnten Regeln nur weiterempfehlen, ich gehe änlich vor. Wer es genau wissen möchte, ich verwende die Pomodoro Technik bzw. David Allen’s Getting Things Done Vorgehensweisen. GTD für die Gesamtorganisation und die Pomodoro Technik um meine täglichen TODOs in mehreren 25 Minütigen Zeitfenstern abzuarbeiten. Dazwischen gibts immer 5 Minuten Pause. Dabei lernt man absolut konzentriert, an einer Sache zu arbeiten. Unglaublich wie viel man an Arbeit weiterbringt, wenn man sich an die Vorgehnsweisen hält.

  2. wissensarbeiter sagt:

    Es freut mich, wenn dir mein Beitrag gefällt.
    Pomodoro und GTD sind zwei bekannte Techniken oder Vorgehensweisen um Ablenkung zu vermeiden. Beides benötigt aber auch sehr viel Selbstdisziplin, wie ich selbst festgestellt habe. Aber das ist eben der Preis der Freiheit…

  3. […] Social Media. Warum Social Media alleine keine Lösung ist, habe ich schon in einem Artikel vor einiger Zeit beschrieben. Dazu kommt, dass die Vergangenheit uns zeigt, dass selten eine neue Technologie alle anderen […]

  4. […] Zur Frage des Information Overloads hat Clay Shirky die entsprechende Antwort: “it is a filter failure”. Dazu auch mein älterer Artikel mit dem Titel Ablenkung 2.0 – How distracting is technology, social networking and information overload? […]

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