Definitionen
Auf dieser Seite finden Sie Definitionen für die beiden Begriffe, um die sich der Blog inhaltlich dreht: Wissensarbeit und Wissensarbeiter.
Wissensarbeit
Sybille Hermann: Herausforderung Wissensarbeit. Ist die Personalwirtschaft darauf vorbereitet? In: Personal 2002, Nr. 54, S. 10-14.
“Wissensarbeit ist die Bewältigung von Aufgaben, die zumindest für die betreffende Person so komplex oder neuartig sind, dass ihre Erfahrungen nicht ausreichen, um zu dem erwünschten Ergebnis zu kommen, so dass es für sie notwendig wird, neues Wissen zu erwerben, zu integrieren, oder zu entwickeln. Dieser Bedarf, sich neues Wissen anzueignen, stellt eine Barriere bei der Suche nach der passenden Lösung dar.“
Ursula Hasler Roumois: Studienbuch Wissensmanagement, Orell Füssli, Zürich, 2007
“Wissensarbeit ist komplexe Problemlösung und verlangt von den Wissensarbeitenden als normale Haupttätigkeiten permanent problemorientiertes Lernen und überprüfenden Transfer des neuen Wissens in den Arbeitskontext. Wissensarbeitende müssen also die Fähigkeiten entwickeln, die Prozesse der Überprüfung, der notwendigen Erweiterung und der richtigen Nutzung ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten effizient und geschickt zu handhaben. Davon hängt entscheidend die Produktivität der Wissensarbeit ab.”
Gerhard Hube: Beitrag zur Analyse und Beschreibung von Wissensarbeit, Universität Stuttgart, 2005
“Wissensarbeit sind geistig objektivierende Tätigkeiten, die neuartige und komplexe Arbeitsprozesse und -ergebnisse betreffen, die äußere Mittel zur Steuerung der Komplexität und ein zweifaches Handlungsfeld benötigen.”
Helmut Willke: Systemisches Wissensmanagement, Lucius & Lucius, Stuttgart, 2001
“Wissensarbeit kennzeichnet Tätigkeiten , die dadurch gekennzeichnet sind, dass das erforderliche Wissen nicht einmal im Leben durch Erfahrung, Initiation, Lehre, Fachausbildung oder Professionalisierung erworben und dann angewendet wird. Vielmehr erfordert Wissensarbeit im hier gemeinten Sinn, dass das relevante Wissen kontinuierlich revidiert, permanent als verbesserungsfähig angesehen, prinzipiell nicht als Wahrheit, sondern als Ressource betrachtet wird und untrennbar mit Nichtwissen gekoppelt ist, so dass mit Wissensarbeit spezifische Risiken gekoppelt sind.”
Stefan Meinsen: Konstruktivistisches Wissensmanagement – Wie Wissensarbeiter ihre Arbeit organisieren, Deutscher Studienverlag, 2003
“Konstruktivistische Wissensarbeit erfordert auf der Grundlage konstruktivistischer Wissenstheorie das Agieren im faktischen und im Referenz-Handlungsfeld und setzt die kontinuierliche Weiterentwicklung der jeweils individuellen Wissensbasis voraus.”
Manfred Kofranek: Wissensarbeit – die Herausforderung der Wirtschaftspolitik, KM-Journal, 2010
“Wissensarbeiter arbeiten zumeist problembezogen. Sie finden neuartige Lösungen für bekannte Probleme und/oder behandeln bislang unbekannte Fragestellungen. Dafür benötigen sie eine erhöhte Problemlösungskompetenz und die Fähigkeit, mit Komplexität umzugehen. Es kann aber durchaus auch bei Wissensarbeit der Fall eintreten, dass ein Problem als solches noch gar nicht erkannt oder definiert wäre. Gerade in kreativen und explorativen Bereichen wird der Problemraum erst durch die Arbeit erschlossen.”
Dieter Spath u.a.: Office 21 Studie Information Work 2009, Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, 2009
“Charakteristisch für Wissensarbeit ist, dass diese häufig komplex, wenig determiniert und folglich schwer in vorgegebenen Abläufen standardisierbar ist. Wissensarbeit ist hochgradig sowohl personen- aber auch kommunikationsorientiert und wird immer mehr in überreifenden Teams erbracht. Wissensarbeit schafft ständig neues Wissen und baut auf Erfahrungen Anderer auf. Dabei agieren Wissensarbeiter stark autonom und sind somit wenig direkt ‘anleitbar’. Darüber hinaus stellt Wissensarbeit neue Anforderungen an die Arbeitsprozessorganisation, betriebliche Steuerungssysteme, die Gestaltung der Arbeitsplätze bzw. der Büroraumumgebung insgesamt und nicht zuletzt an die Führung und Motivation von Mitarbeitern.”
Wissensarbeiter
Peter F. Drucker: Management: Tasks, Responsibilities, Practices. Butterworth-Heinemann, Oxford, 1991
“An employee whose major contribution depends on employing his knowledge rather than his muscle power and coordination, frequently contrasted with production workers who employ muscle power and coordination to operate machines.”
Thomas H. Davenport: Thinking for a Living, Harvard Business School Press, Boston, 2005
“Knowledge workers have high degrees of expertise, education, or experience, and the primary purpose of their jobs involves the creation, distribution, or application of knowledge.”







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